Das Autohaus König stellt Flüchtlinge ein! Einen davon haben wir interviewt: Ezzeldin (19) ist aus Ägypten nach Deutschland geflohen und hat am 1. September im Autohaus König seine Ausbildung aus Kfz Mechatroniker angefangen. Wir sind stolz auf ihn und stellen seine Arbeit und seine Geschichte vor.

Autohaus König stellt Flüchtlinge ein.

Das in Berlin und Brandenburg bekannte Autohaus König integriert Flüchtlinge - und freut sich vor allem über Nachwuchskräfte. Arbeit ist der wichtigste Anker in einem neuen Land, unter den offenen Stellen die Richtige zu finden erscheint allerdings am Anfang noch wie ein Hexenwerk. Sprachbarrieren sind nur ein Hindernis von vielen, dem wirken Arbeitsamt & co mit ihren Willkommensklassen entgegen. 

Dennoch schaffen es längst nicht alle, gut unterzukommen.
Das Autohaus König heißt Flüchtlinge in allen 24 Filialen willkommen. Das Unternehmen hilft auch finanziell bei der Integration, erst kürzlich spendierten sie ihrem frischgebackenen Azubi aus Ägypten einen B2 Sprachkurs und sammelten Geld für Lehrbücher. „Wir schaffen das“ lautet das Motto im Haus. Und alle packen mit an.

Der Weg ins König-Unternehmen beginnt mit einem 4-Wöchigen Praktikum. So lässt sich am besten erkennen, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einer Wellenlänge sind. Viele Flüchtlinge stellen schon nach einigen Tagen fest, dass der Job nichts für sie ist. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: Der 19-jährige Ezzeldin aus Kairo hat das Team so stark überzeugt, dass er noch im Praktikum das Angebot bekam, seine Ausbildung als Kfz Mechatroniker anzutreten.

„Ich bin glücklich, hier arbeiten zu dürfen!“ - Ezzeldin (19) aus Ägypten.

Heute ist er fest im Königsteam und betont immer wieder seine Dankbarkeit. Vor wenigen Monaten ist er in Deutschland angekommen, ganz alleine, ohne Familie. Die Eltern und Geschwister blieben in Kairo zurück. Er flüchtete vor der politischen und wirtschaftlichen Krise, die seinen Vater arbeitslos machte und seine Familie in finanzielle Nöte drängte. Und vor dem schroffen Wehrdienst.

„Ich wollte in Kairo meine Ausbildung als Kfz Mechatroniker unbedingt abschließen und dann versuchen, woanders Fuß zu fassen“ - sagt er in einem erstaunlich guten Deutsch. Über seine Eindrücke im Flüchtlingslager möchte er nicht reden. „Es war schlimm, aber aller Anfang ist schwer“. Eine Alternative zur Flucht gab es für ihn nicht, denn in die heimische Armee eingezogen zu werden war für ihn unvorstellbar: „Wenn sie den Befehl zum Töten geben, dann muss ich töten. Und das kann ich nicht.“

Aktuell lebt Ezzeldin im Berliner Randbezirk Marzahn. Seine Schicht beginnt um 6 Uhr Morgens, um 4 Uhr steht er auf. Nichts scheint ihn zu betrüben, er wirkt freundlich und ausgeglichen - seine Kollegen grüßen ihn nett, wenn er über den Fuhrpark läuft. Er ist im Team angekommen. In der Berufsschule gab es auch einige Situationen, die für ihn unangenehm waren - als seine Mitschüler über sein Deutsch gelacht haben. Er müsse es natürlich noch verbessern, sagt er. Aber er würde den Kopf nicht hängen lassen, wenn es mal nicht gut läuft.

„Mit meinem Job möchte ich später genug Geld verdienen, um ganz normal leben zu können - auf Luxus kommt es mir nicht an.“

Wissen sei der wahre Reichtum, sagt Ezzeldin. Fragt man ihn nach seinen Plänen, möchte er vor allem die Ausbildung zu Ende machen - und dann, mal schauen. Gerne würde er in Berlin bleiben, einen deutschen Pass bekommen, aber auch die Möglichkeit haben, seine Familie zu besuchen. „Ohne Familie geht es nicht“ sagt er - bedankt sich für das Gespräch und geht wieder in die Werkstatt, denn die Arbeit ruft.